Ludwigs
Burg
Festival

Die 17 Ziele für Nachhaltigkeit brauchen Taten 

Eine Zwischenbilanz zum Weltumwelttag

Am Weltumwelttag möchten wir, die Ludwigsburger Schlossfestspiele, über den eigenen Beitrag berichten, der im engen Sinne für eine klimaneutrale und zukunftsfähige Kulturlandschaft und im weiten für die Umsetzung der 17 Ziele geleistet werden soll. Es ist uns sehr wichtig, die Auswirkungen unserer institutionellen Handlungen im Blick zu haben, zu prüfen und stetig zu verbessern. 

Seit knapp 50 Jahren rufen die Vereinten Nationen am 5. Juni weltweit zur aktiven Beteiligung gegen die Klimakrise auf. Zum diesjährigen Weltumwelttag eröffnete der UN-Generalsekretär António Guterres zudem die »Dekade für die Wiederherstellung der Ökosysteme«. Denn bereits heute sind 40 Prozent der Weltbevölkerung von der Umweltzerstörung beeinträchtigt. Dem Ernst der Lage lässt sich höchstens versöhnlich hinzufügen, dass noch Zeit bleibt, den angerichteten Schaden wiedergutzumachen – wenn die Zeit nur konstruktiv genutzt wird.  

 

Was also (anders) tun?

Von Programminhalten über den Umgang mit natürlichen Ressourcen und Kaufentscheidungen bis hin zu Partnerschaften wirken die Schlossfestspiele in ökonomische, ökologische und soziale Dimensionen hinein. Wo stehen wir also? Eine aktuelle Bestandsaufnahme macht positive Standards deutlich, die einerseits für die vorantreibende Intendanz von Jochen Sandig sprechen und andererseits große Motivatoren darstellen. Um weitere Schritte ins Rollen zu bringen, entstand eine Arbeitsgemeinschaft, die sich aus Mitarbeiter*innen unterschiedlicher Abteilungen zusammensetzt. Lesen Sie im Folgenden, was wir bisher erreicht haben.    

  

Am Arbeitsplatz

Viel Freude bereitet uns die Feststellung, wie viele ressourcenschonende Maßnahmen bereits im Palais Grävenitz umgesetzt sind. Einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz bewirken hier u.a. die Nutzung von Öko-Strom, Energiesparlampen, Recyclingpapier, mikroplastikfreie Putzmittel, Durchflussbegrenzer in den Wasserhähnen usw. – die Liste ließe sich dank weiterer Bemühungen noch verlängern. Auch in Sachen Mobilität hat sich einiges getan: Für notwendige Fahrten werden nun E-Autos genutzt.      

Mit Leidenschaft stellen wir uns der Verantwortung, »entwicklungspolitische Themen lebendig zu vermitteln«, wie es die entwicklungspolitischen Leitlinien für Baden-Württemberg formulieren. So stehen im dargebotenen Programm neben der Bearbeitung aktueller Themen wie beispielsweise Geschlechteridentitäten und der Klimakrise auch die Miteinbeziehung aller Besucher*innen im Vordergrund (Ziel 4). Daran schließt auch der Wunsch an, nicht nur ein diverseres Publikum anzusprechen, sondern auch als diverser Arbeitsplatz wahrgenommen zu werden. Ergänzend beschreitet das gesamte Team der Ludwigsburger Schlossfestspiele seit 2020 einen Öffnungsprozess in Begleitung von Handan Kaymak (Ziel 3). 


Im Festivalbetrieb

Auch im laufenden Festivalbetrieb passiert so manches: Zum ersten Mal nach einer ganzen Probenwoche belief sich der Müll des Künstlercaterings des Unverpacktladens Ohne PlaPla auf einen einzigen Büromülleimer (Ziel 12). Aus dem Blumenpräsent am Ende eines Konzerts wurden personalisierte Baumpatenschaften: So unterstützen Künstler*innen wie Oksana Lyniv und J Henry Fair bereits die Aufforstung deutscher Wälder und den CO2-Ausgleich mit dem regionalen Projekt »Zukunft schenken – Bäume pflanzen« von fit4future natur der Cleven-Stiftung, Hitradio antenne1 und dem baden-württembergischen Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (Ziel 15). Über diese ökologischen Aspekte hinaus freuen wir uns über alle bisher realisierten Kooperationen und Zusammenarbeiten mit starken Partner*innen und Institutionen (Ziel 17). Die entscheidende Frage »Wohin gehen wir?« wird in den kommenden Wochen auch in einer gemeinsamen Veranstaltung mit der der Stadt Ludwigsburg »Auftakt Zukunft Dialog« am 18. Juni und einem Workshop der Umweltakademie Baden-Württemberg am 3. Juli aufgegriffen. 

 

Zukünftige Etappenziele

Diese erste Zwischenbilanz endet mit einem kleinen Ausblick auf weitere Vorhaben: Für mehr Inklusion im Alltag (Ziel 16) möchten wir auch die Möglichkeit der Teilhabe an unseren Programmen anhand der Eintrittspreise und barrierefreier sowie generationsübergreifender Angebote vergrößern. Ebenso sollen weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels und seiner Auswirkungen folgen (Ziel 13). Darunter auch das Thema der CO2-Bilanzierung und Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Kompensation von CO2. So arbeiten wir mit Offenheit für kritische Dialoge und mit der Bereitschaft zur konstanten Innovation daran, die 17 Ziele und die daraus entstehenden Themen im täglichen Arbeiten umzusetzen.