Der 1915 in Kaiserswerth geborene Hann Trier absolvierte sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf und war zunächst als technischer Zeichner sowie als Bühnenbildner tätig. 1946 eröffnete er ein Atelier in Bonn und unternahm ausgedehnte Reisen nach Kolumbien, Mexiko und New York. Während eines solchen Aufenthalts fand der Maler im Tanz entscheidende künstlerische Impulse, die ihn Mitte der 1950er-Jahre zur Arbeit mit beiden Händen und zu den für ihn so typischen symmetrisch geprägten Strukturen führten. Diese Veränderung in seinem Schaffen war für Trier ein wichtiger Befreiungsimpuls und führte zur Verschränkung von gestischer Bewegung, Malgrund und Farbsubstanz: Der Pinsel »tanzt« auf der Fläche und lässt Linien und Materie zu einer Einheit verschmelzen. Ab Ende der 50er-Jahre lehrte Trier als Professor an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und richtete weitere Ateliers in der Toskana und in der Eifel ein. 1999 verstarb der Maler in Castiglione (Toskana). Bekannt ist er für seine Wand- und Deckengemälde, die u.a. im Schloss Charlottenburg in Berlin, in der Bibliothek der Universität Heidelberg und in der deutschen Botschaftsresidenz in Rom zu sehen sind.