Ludwigs
Burg
Festival

Gemeinsam Zukunft gestalten

Wir begeistern uns für Musik und die großen Fragen unserer Zeit. Wir finden, das passt gut zusammen. Denn beides dreht sich um unterschiedliche Ausdrucksweisen und darum, diese zu verstehen, um Fragen und Antworten, um Macher- und Denker*innen. Ganz besonders begeistern wir uns aber für alle Menschen, die Teil der Veränderung sein wollen. Veränderung wird bei den Schlossfestspielen entlang der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen gedacht. Und das vor allem neugierig, kreativ und generationsübergreifend. Wir glauben: Nur wer heute schon an morgen denkt, hat heute noch Zeit, einen Unterschied zu machen.

 

Um diesen Ansatz zukünftig zu garantieren, möchten wir mit den Macher*innen und Denker*innen von morgen agieren. Deshalb legen wir besonderen Wert darauf, nicht nur Programm für unser junges Publikum zu gestalten, sondern uns vor allem von ihrem gestalterischen Potenzial überraschen zu lassen. Durch Formate wie »Generation Zukunft Musik« oder »Mini Mal Mut« bieten wir den jungen Generationen an, die Perspektive zu wechseln und als Kunstschaffende oder Informationsvermittelnde hinter die Kulissen der Schlossfestspiele zu schauen. Denn im Sinne Aurelio Pecceis, ein Gründer des Club of Rome, lässt sich zusammenfassen: Mit Partizipation beginnt die gemeinsame Bewältigung von Zukunftsaufgaben. Sie ist eine Haltung, die alle in Kooperation, Dialog und Empathie vereint, aber vor allem die Möglichkeit gibt, Verantwortung für Kommendes und Kommende zu übernehmen.

 

Auch die Ludwigsburger Schlossfestspiele haben sich aktiv für den Wandel entschieden. Motiviert durch die globale Agenda 2030 der Vereinten Nationen, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren gegründet wurden, dienen uns die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung als Orientierung auf dem Weg zu einer gerechteren und menschlicheren Welt. In einem persönlichen Treffen mit Amina J. Mohammed bestärkte die UN-Vize-Generalsekretärin Jochen Sandig in der Vision, das Festival mit seiner 90-jährigen Geschichte für die großen Fragen unserer Gegenwart zu öffnen, mit folgenden Worten: »We created the roadmap and now we need music, dance and all the arts to set people in motion«. Deshalb möchten die Ludwigsburger Schlossfestspiele Sie im Rahmen der Veranstaltungen auch dazu einladen, als Gesellschaft zusammen zu kommen. Die Idee ist, sich durch Musik, Tanz, Theater aber auch in Gesprächen auszutauschen und künstlerische Erfahrungen um gesellschaftspolitische Impulse zu erweitern.

Projekte

Wie wir unsere Vision konkret in die Tat umsetzen, können Sie bei unseren partizipativen Projekten erfahren. Nach seiner Online-Ausgabe im vergangenen Jahr hat es »Spoken Moments Poetry« in der Saison 2022 endlich auf die physische Bühne geschafft. In Präsenz-Workshops haben ein Dutzend Teilnehmende zwischen 15 und 65 Jahren gemeinsam mit der Pianistin Hanni Liang und dem Konzert-Poeten Timo Brunke poetische und organisatorische Ideen entwickelt, um das abschließende Konzert am 14. Mai rund um verschiedene Momente der Zwischenmenschlichkeit zu gestalten. Der Konzertfilm von 2021 ist ebenso auf unserer Digitalen Bühne zu finden wie eine spannende Dokumentation der diesjährigen Ausgabe.

 

Dem Konzert »Generation Zukunft Musik« ging in den letzten neun Monaten ein Labor voran, in dem Jugendliche außerhalb der teilnehmenden Schulensembles sich den Rahmen für das Konzert ausdenken sollten. In den Workshops haben sie ihre eigene Kreativität und Musikalität näher kennenlernen und ausprobieren können. Diese Erfahrung hat sie schließlich dazu gebracht, ein Gesamtkonzept für das Konzert zu entwickeln, das diese freudige und sprudelnde Kreativität widerspiegeln sollte. Am 3. Juni gab es daher nicht nur wunderbare Beiträge der vier Schulensembles, sondern vonseiten der konzipierenden Jugendlichen zudem Improvisationen, Bilder, Videos und eine musikalische Gestaltung der Übergänge, des Anfangs und des Konzertendes.

 

Auch in »Mini Mal Mut« konnten die rund 70 beteiligten Kinder von vier Schulen mehr zum Abschlusskonzert beitragen als »nur« zu musizieren: Auf dem Programm standen ihre eigenen Gruppenkompositionen. Vier Musikpädagog*innen haben ihnen zwar Wege und Mittel an die Hand gegeben, mit Alltagsgegenständen, Instrumenten und Stimme/Sprache Musik zu machen, das letztendliche Musikstück haben sich die Schulklassen jedoch selbst ausgedacht. Über diesen Prozess und die Eindrücke der Kinder können Sie mehr in der Video-Dokumentation erfahren.

 

Mit »The 3rd Box« hatten wir ein Tanz-Gastspiel des Jungen Theaters Freiburg zu Gast, das auf partizipativem Wege von und mit den vier Laien-Performer*innen und den Choreograf*innen Monica Gilette und Gary Joplin entstanden ist. Das Stück behandelt das Thema der diversen Geschlechtsidentitäten und welche Rolle der Körper, Kleidung, das generelle Aussehen und unsere gesellschaftlichen Codierungen spielen. Jene Menschen, die sich nicht als männlich oder weiblich definieren, haben auf offiziellen Papieren seit 2019 die Möglichkeit, die dritte Box »divers« anzukreuzen. Immerhin – aber warum ist es der Gesellschaft überhaupt so wichtig, Menschen in diese Kategorien zu sortieren? Außerhalb jeglicher Boxen und Schubladen hat der »3rd Box Workshop« mit Gary Joplin und zwei der vier Performer*innen die Möglichkeit geboten, sich selbst über Bewegung, Kleidung/Kostüme, im Austausch mit der Gruppe und in Körpermeditationen im Hinblick auf das Thema zu reflektieren. Es waren ab 15 Jahren Menschen jeden Alters herzlich zu den vier Terminen eingeladen, die durch einen gemeinsamen Besuch des Gastspiels am 10. Juli abgerundet wurden.


In der Saison 2023 möchten wir einige Projekte hiervon fortführen und unser Workshop-Angebot vertiefen.